Welche Vorteile habe ich, wenn ich ein Beamter bin?

Im Öffentlichen Dienst arbeiten Beamtinnen und Beamte sowie Angestellte. Der Unterschied zwischen beiden? Beamte verpflichten sich per Eid für das deutsche Recht einzustehen und dafür zu sorgen, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Diese Aufgaben erledigen Beamte in Stadt- und Kreisverwaltungen, in Landes- und Bundesbehörden, bei der Polizei, der Bundeswehr, dem Bundesgrenzschutz, dem Zoll und den Gerichten.

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Im Schuldienst arbeiten Beamte als Lehrerinnen und Lehrer. Und auch in der Lebensmittelsicherheit, beim Straßenbau und in der Stadtreinigung sind zu finden. Es gibt eigentlich kaum einen Lebensbereich, in dem es keine Beamten gibt. Angestellte unterstützen die Beamten in ihrer Arbeit.

Um seine Beamten wirtschaftlich unabhängig zu machen, bietet der Staat als Arbeitgeber einige Besonderheiten, die es nur im Öffentlichen Dienst gibt.


1. Beamtinnen und Beamte sind unkündbar – auf Lebenszeit.

Egal was passiert, Beamtinnen und Beamte können nicht entlassen werden. Natürlich kann es bei eindeutigen Verstößen gegen das Recht durchaus passieren. Bekannt ist dafür der „gestohlene goldenen Löffel“. Die Arbeitsplatzgarantie erlaubt den Beamten eine sichere Lebensplanung, zum Beispiel bei der Finanzierung eines eigenen Hauses.

2. Beamte haben ein gesichertes Einkommen

Als Beamter erhält man kein Gehalt, sondern eine Besoldung. Das Gehalt setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. So steigt das Gehalt, unabhängig von allgemeinen Lohnerhöhungen, allein durch das zunehmende Alter. Hinzu kommen Familienzuschläge für Ehepartner und Kinder.

Und ein ganz wesentlicher Vorteil, den Beamte gegenüber Angestellten haben: Sie zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge, wie beispielsweise Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Denn Beamte brauchen für ihr Alter nicht selbst vorsorgen, denn die Pension der Beamten wird allein aus Steuern finanziert. So bleibt recht viel vom Bruttogehalt im Geldbeutel des Beamten.

3. Beamte arbeiten in verschiedenen Besoldungsstufen

Fast nirgendwo anders ist es so entscheidend, wie bei den Beamten, welche Art der Ausbildung bzw. Studium man absolviert hat. Eine Faustregel besagt: Je höher der Bildungsabschluss, umso höher ist der Verdienst. Eingeteilt werden Beamte in vier Stufen:

Die erste Stufe ist der so genannte „Einfache Dienst“. Hier spielt der Schul- bzw. Ausbildungsabschluss keine Rolle. Bei vorliegender Eignung kann man hier arbeiten.

Der mittlere Dienst setzt die „mittlere Reife“ voraus. Hinzu kommt dann eine betriebliche oder Verwaltungsausbildung.

Für den gehobenen Dienst benötigt man mindestens die Fachhochschulreife und absolviert dann ein duales Studium. Ein anderer Weg: Jemand der bereits ein Fachhochschulstudium abgeschlossen hat, zum Beispiel Sozialarbeiter/-pädagogen, Ingenieure können nach dem Studium in den öffentlichen Dienst gehen. Und dann gibt es da noch den höheren Dienst. Hier ist ein abgeschlossenes fünfjähriges Studium Voraussetzung, das mit einem Master oder Staatsexamen abgeschlossen werden muss. Diese Beamten arbeiten als Lehrer, Staatsanwälte, Amtsärzte, Ingenieure, Psychologe und vielen anderen Berufsbereichen. Sie müssen allerdings die Kosten für ihr Studium selbst tragen.

Nach dem Masterabschluss folgt dann oft noch ein Vorbereitungsdienst oder das Referendariat. Die Dauer liegt oft zwischen einem und zwei Jahren. Der Vorbereitungsdienst wird bereits bezahlt und die Referendare haben dann den Status des Beamten auf Widerruf.

Letztendlich zeigt sich, dass sich die Investition in Bildung im öffentlichen Dienst besonders auszahlt, auch wenn im Vorfeld erst einmal Geld investiert werden muss.